Graf Ludo-Finalisten 2010 ermittelt

Jeweils drei Nominierte in den Kategorien “Beste Kinderspielgrafik” und “Beste Familienspielgrafik”

Mit großen Schritten geht es auf das Finale des zweiten Graf Ludo Spielgrafikpreises zu. FamilyGames, der Spielbereich des Felsenweg-Instituts der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, und die Leipziger Messe wollen mit diesem Preis die Aufmerksamkeit auf die Spielgestaltung sowie die damit verbundene künstlerische Arbeit lenken. In ihrer jüngsten Tagung nominierte die Jury jeweils drei Spiele in den zwei Kategorien:

Beste Kinderspielgrafik:

  • Hexenduell (Haba), Illustration: Felix Scheinberger, Autoren: Constanze Endlich,  Helmut Hecht
  • Vampire der Nacht (Drei Magier Spiele), Grafik: Rolf Vogt, Autoren: Kirsten Becker, Jens-Peter Schliemann
  • Nelly (Queen Games), Illustration: Karsten Teich, Autoren: Andreas Frei, Lukas Frei, Ueli Frei

Beste Familienspielgrafik:

  • Cable Car (Queen Games), Grafik: Michael Menzel, Autor: Dirk Henn
  • Tobago (Zoch), Grafik: Victor Boden,  Autor: Bruce Allen
  • Fresko (Queen Games), Grafik: Oliver Schlemmer, Autoren: Marco Ruskowski, Marcel Süßelbeck, Wolfgang Panning

“Auch dieses Jahr haben wir uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Auswahl der Spiele war insgesamt sehr hochklassig, und die Nominierung fiel uns doch sehr schwer”, erläutert Annette Schmeier, Projektdirektorin der modell-hobby-spiel und Mitglied der Jury.

Willi Weber, ehrenamtlicher Mitarbeiter bei FamilyGames, gerät bei “Tobago” ins Schwärmen:  “Hier hat der Grafiker Arbeit am Detail geleistet, die Atmosphäre ist stimmig und das Material spricht Klein und Groß gleichermaßen an”, sagt Weber. Bei “Hexenduell” seien die kleinen Spieler insbesondere von der Hexe entzückt, die das gruselige Ambiente um einen witzigen Charakter ergänzt. “Das Spiel besticht durch eine robuste und dennoch gestalterisch hoch ansprechende Ausfertigung. Ganz im Sinne einer sehr guten Kinderspielgrafik”, so Weber.

Kati Gräfin von Schwerin, Künstlerin und Meisterschülerin bei Markus Lüpertz in Düsseldorf, begründet, warum beispielsweise “Nacht der Vampire” ausgewählt wurde: „Das von Rolf Vogt gestaltete Spiel ist rundherum gelungen und aus einem Guss. Das Farbkonzept und das Thema ziehen sich von der Schachtel über die Spielanleitung bis auf den Spielplan durch. Die Idee, Knoblauchzehen zu sammeln und das Spiel mit fluoreszierenden Materialien im Dunkeln zu spielen, ist Klasse und spricht die Kinder ganz besonders an.“

Arno Miller, Gründer von spielwiese.at, begeistert sich für „Nelly“, das Wackelspiel mit dem Nilpferd. „Hier ist es gelungen, eine gute Gestaltung mit einer lebhaften Spielidee zu verbinden. Das Nilpferd und die Schildkröten überzeugen visuell und durch eine klasse Haptik.“ Das Auge wird auch beim Spiel „Fresko“ überzeugt: “Das Deckenfresko, das dazu passende Schachtelcover und die tollen Porträts der Erweiterung spiegeln sehr gut die Epoche der Renaissancemalerei wider. Dass sich wie bei der Entscheidungsfindung für den Graf Ludo auch in “Fresko” alles um Farben, das Anfertigen von Kunst und den Künstler als Person dreht, ist noch dazu eine tolle Analogie”, lobt Arno Miller.

Thomas Bärsch vom ZDF-Landesstudio in Dresden ist begeistert von „Cable Car“. Hier seien „die Kärtchen samt und sonders Unikate, und hinter den Spielfeldern verstecken sich perspektivisch perfekte 3-D-Darstellungen.” Eine harte und aufwendige Arbeit, die die Klasse des verantwortlichen Grafikers herausstellt.

Die Nominierung der jeweils drei Finalisten bildet die letzte Etappe vor der Verleihung des zweiten Graf Ludo auf der 15. modell-hobby-spiel in Leipzig. “Die letztendliche Entscheidung will gut abgewogen und argumentiert sein. Wir sind gespannt, wie sich die Jury entscheiden wird”, sagt Johannes Ebermann, Projektkoordinator des Spielgrafikpreises. Die Gewinner der besten Kinderspiel- und Familienspielgrafik werden am 1. Oktober 2010 im Rahmen der modell-hobby-spiel bekanntgegeben. Durch die Festveranstaltung auf dem Leipziger Messegelände führt Fernseh- und Radiomoderatorin Doro Wiebe. Beide Kategorien sind mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Schirmherr des Preises ist Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Direkt im Anschluss an die Preisverleihung können alle Spiele, die für den diesjährigen Graf Ludo nominiert waren, auf einer speziellen Spielfläche ausgiebig getestet werden. Zudem stehen die Grafiker und Autoren für einen netten Plausch sowie Autogrammwünsche bereit.

Kurzbeschreibung der Spiele:

Vampire der Nacht (Drei Magier Spiele)

DSC_0062 KopieIn diesem “Dunkelspiel” müssen möglichst viele Knoblauchzehen des Vampirjägers Knobelzobel gesammelt werden, die dieser über der alten Burgruine also dem Spielbrett abgeworfen hat. Leo, der Wächtervampir in Form einer Magnetfigur, muss diese von der Burg stoßen, ohne sie in den klaffenden Löchern der maroden Gebäudestruktur zu versenken. Wer Leo am geschicktesten über das dunkle Feld manövriert und dabei viele Zehen rettet, gewinnt das Spiel.

DSC_0065 KopieNelly (Queen Games)

In diesem lustigen Geschicklichkeitsspiel muss man möglichst viele seiner Schildkröten auf das Nilpferd Nelly stapeln – doch Nelly bewegt sich im Tümpel und möchte gern fressen. Die vielen Drehungen, unliebsame Magenblähungen oder zwickende Krebse lassen einige Schildkröten bald wieder ins Wasser plumpsen. Sieger ist, wer seine Kröten zuerst auf Nelly platziert hat.

Hexenduell (Haba)

DSC_0058 KopieUm Geschicklichkeit dreht es sich auch innerhalb des großen Hexenkessels, der das Spielfeld dieses Haba-Spiels bildet. Die Spieler versuchen mittels des mag(net)isch schwebenden Besens möglichst viele Zaubersteine vom Hexentanzplatz in den Kessel zu fegen. Doch die Zeit läuft, denn noch während ein Spieler mit aller Mühe die kleine Hexenfigur und den Besen zum Tanzen bringt versuchen die Mitspieler mittels eines Zeitwürfels seinen Tanz möglichst schnell zu beenden. Es gewinnt der Spieler, welcher seine Steine zuerst im Hexenkessel abgelegt hat.

Cable Car (Queen Games)

DSC_0054 KopieSchauplatz des Legespiels ist das San Francisco der 1890er Jahre – die Blütezeit der Cable Car-Pioniere. Alle Spieler versuchen die Linien ihrer Standseilbahnen mittels der Legeplättchen möglichst stark auszubauen. Punkte gibt es für jeden Streckenabschnitt auf einem neuen Kärtchen. Doppelte Punkte bei Kontakt zur Trafostation in der Mitte. Wer sich mittels seiner Teilhaberaktien clever an den entstehenden Linien beteiligt, profitiert zudem indirekt und meist überraschend vom Erfolg seiner Mitspieler.

Tobago (Zoch)

DSC_0056 KopieIn diesem Deduktionsspiel begeben sich die Spieler auf eine Schatzsuche. Leider ist die Schatzkarte zerstört und ihre Fragmente unter den Mitspielern verteilt. Wer jedoch viele Hinweise zu einem Standort beisteuern kann und will, dem steht ein größerer Anteil des Schatzes zu. Ist ein Schatzort gefunden beginnt das Rennen mit den eigenen Geländewagen, um möglichst als Erster den Schatz zu heben und die Verteilung zu leiten. Gegen verfluchte Schätze schützt sich der clevere Schatzsucher mittels eines Amuletts. Wer die wertvollsten Schätze anhäuft, gewinnt.

Fresko (Queen Games)

In diesem Spiel schlüpft man in die Rolle von Malern, deren Aufgabe die Restaurierung eines Deckenfreskos der Renaissance ist. DSC_0046 Kopie Viele Abwägungen, beispielsweise zwischen frühem Aufstehen und großer Auswahl auf dem Farbmarkt oder spätem Aufstehen und ausgeschlafen-kreativer Laune, müssen getroffen werden. Wer eine gute Balance zwischen dem Einsatz seiner Gehilfen, dem richtigen Timing für eigene Farbkreationen und einer guten Tagesplanung findet, wird viele Teilstücke restaurieren und hierfür die wichtigen Siegpunkte einspielen können. Drei bereits enthaltene Erweiterungen sorgen für Abwechslung und Kurzweile.

Weitere Informationen und Bilder über alle Spiele der Auswahlliste und eine Vorstellung der Jurymitglieder finden Sie hier:

Zur 15. modell-hobby-spiel präsentieren vom 1. bis 3. Oktober 2010 mehr als 600 Aussteller ihre Neuheiten auf einer Fläche von 80.000 Quadratmetern. Die Messe ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.