Interview mit der Grafikerin von “Zoowaboo” und “Nicht zu fassen”

  • Gabriela Silveira mit zwei Spielen nominiert
  • Illustratorin seit 15 Jahren im Spielebereich tätig
  • „Zoowaboo“ und „Nicht zu fassen“ treten in der Kategorie „Beste Familienspielgrafik“ an

Gleich zwei der von ihr illustrierten Spiele haben es in die Endrunde des Spielgrafikpreises „Graf Ludo“ geschafft: Gabriela Silveira gestaltete die Cover und Spielmittel von “Zoowaboo” (Selecta Spielzeug AG) und “Nicht zu fassen” (Zoch-Verlag), die in der Kategorie „Beste Kinderspielgrafik“ nominiert sind. Während „Zoowaboo“ vor allem durch die farbenfrohe Gestaltung überzeugte, konnte „Nicht zu fassen“ durch die Fingerpuppe punkten. Im Interview verrät die freie Illustratorin aus München den Entstehungsprozess der Grafiken und einiges über ihre Arbeit.

Wie haben Sie von der Nominierung Ihrer beiden Spiele erfahren?

Annina Heitmann (Produktmanager Spiel) vom Selecta Verlag und Oliver Richtberg (Grafik) vom Zoch-Verlag haben mich informiert. Ich war total überrascht, weil ich nicht wusste, dass es jetzt auch einen Spielegrafikpreis gibt. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut und finde das Engagement sehr lobenswert.

Was bedeutet die Nominierung für Sie?

Sie ist eine große Ehre für mich. Man ist ja bei den eigenen Arbeiten immer selbstkritisch und weiß nicht, ob sie bei anderen Betrachtern auch so gut ankommen.

Wie wichtig ist denn die Illustration bei Spielen?

Das ist für mich als Illustratorin natürlich sehr leicht zu beantworten. Ich glaube, dass die Aufmachung unheimlich wichtig ist. Die Verpackung ist das erste, was potenzielle Käufer sehen. Wenn auch Spielbrett und andere Spielmittel ansprechend gestaltet sind, gibt das zusätzliche Kaufimpulse. Um dauerhaften Erfolg zu erzielen, muss natürlich das Spiel selbst Spaß machen.

Sprechen wir über „Zoowaboo“. Wie war der Entstehungsprozess der Gestaltung?

Selecta kam auf mich zu und fragte, ob ich die Illustrationen dafür vornehmen kann. Die Spielidee stand bereits fest, und es gab eine grobe Richtung, in die es gehen sollte. So wusste ich, dass ein Floß zu sehen sein soll, auf dem Tiere stehen. Und vor dem Floß sollte ein Spieltableau quasi vorbeifließen. Zudem sollte der Hintergrund teilweise fotografisch gestaltet werden. Das alles war bereits festgeschrieben. Die illustrative Umsetzung lag dann in meiner Hand.

Was genau haben Sie illustriert?

Im Prinzip alle Inhalte, angefangen vom Spielbrett über die Tiere bis zur Verpackung. Die Spielanleitung, die nach einer Idee des Verlages entstand. Das finde ich wichtig, denn die Anleitung soll nicht nur nüchtern die Regeln erklären sondern auch anschaulich sein.

Und wie war der Ablauf bei „Nicht zu fassen“?

Dafür bekam ich alle Informationen vom Zoch-Verlag. Zu den Holz-Geißlein und dem Wolf als Fingerpuppe sollte ich Pappmöbel entwerfen, unter denen sich die Geißlein verstecken können. Über das Aussehen von Geißlein, Wolf und Möbeln durfte ich selbst entscheiden. Für die Fingerpuppe habe ich eine Skizze angefertigt. Hier hatte ich anfangs Bedenken, ob die Illustration so ganz in Stoff umgesetzt werden kann. Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden. Beim Cover hatte ich völlige Freiheit, stellte mehrere Skizzen vor, von denen schließlich mein Lieblingsentwurf ausgewählt wurde. …

Wissen Sie schon im Voraus, welche Zielgruppe die Spiele erreichen sollen?

Ja, das ist sehr wichtig, um die Grafiken der Altersklasse anpassen zu können. Niedliche Grafiken für kleinere Kinder fallen mir besonders leicht, weil mein Zeichenstil eher in diese Richtung fällt.

Wie lange sind Sie schon Illustratorin und wie viele Spiele tragen ihre „Handschrift“?

Für beide genannte Verlage arbeite ich seit circa vier Jahren, Spiele illustriere ich seit 15 Jahren. Die genaue Zahl weiß ich gar nicht, aber es müssten mittlerweile über 40 Spiele sein, für die ich Illustrationen zugeliefert habe. Ich gestalte aber auch Kinderbücher und Lern-CD-ROMs.

Sie haben einen zwölfjährigen Sohn. Hilft er Ihnen bei der Arbeit?

Ja, Kinder haben einen ganz eigenen Blick dafür, ob etwas schön ist oder nicht. Ich teste zunächst die eigenen Illustrationen an ihm. Er sagt mir sofort, wenn ihm etwas nicht gefällt. So kann ich oft die ungefähre Richtung bestimmen.

Weitere Informationen und Bilder über die nominierten Spiele und eine Vorstellung der Jurymitglieder finden Sie hier

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