Nachdem nun aus der Auswahlliste bald je 3 Spiele für die beste Kinderspiel- und Familienspielgrafik nominiert werden, haben wir vorab mit Jury-Mitglied Kati von Schwerin gesprochen. Die 26-Jährige studierte Kunst, arbeitet jetzt als Malerin und Grafikerin und hat uns erzählt, was für sie den Reiz des Spielens ausmacht.
Was macht für Sie die Faszination am Spielen aus?
Am wichtigsten ist mir, dass die Familie beziehungsweise der Freundeskreis zusammenkommt und gemeinsam lachen und Spaß haben kann. Denn leider bleibt dafür in der heutigen Gesellschaft zu wenig Zeit. Und das Spielen bietet ja auch die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren.
Mit wem spielen Sie am liebsten: Familie oder Freunden?
Das ist mir eigentlich egal. Wer gerade Lust zum Spielen hat, ist willkommen. Aber dadurch, dass meine Freunde weit verstreut wohnen und es da schwieriger ist, alle an einen Tisch zu bekommen, spiele ich häufiger mit meiner Familie.
Worauf kommt es Ihnen beim Spielen mehr an: Kniffelige Aufgaben lösen, Schnelligkeit unter Beweis stellen oder einfach auf den Spaß?
Eine gewisser Herausforderung muss schon da sein, Sonst ist es ja langweilig. Und kniffelig ist immer gut. Aber der Spaß steht schon im Vordergrund. Früher war das anders. Als Kind war es das Gewinnen. Ich war ein ganz schlechter Verlierer.
Was ist Ihr Lieblingsspiel?
Ich tendiere derzeit zu Würfel- und Kartenspielen. Mein absoluter Favorit ist aber nach wie vor „Kniffel“. Das habe ich schon als Kind gern gespielt und finde auch heute noch Runde um Runde Gefallen dran.
Gibt es ein Spiel, das Sie geprägt hat?
Früher haben wir viel Rommé gespielt. Da kam die ganze Familie zusammen inklusive Oma und Opa. Mein Opa hat mir dann immer heimlich die Joker zugesteckt. Aber das spielen wir heute nicht mehr so häufig. Ja und dann haben wir auch oft die „Klassiker“ gespielt – „Monopoly“ beispielsweise.
Wie viel Zeit widmen Sie dem Spielen?
Leider viel zu wenig. Der Tagesablauf lässt es einfach nicht zu und es teilweise auch schwierig, die Leute dazu zu motivieren.
Was hat Sie dazu bewogen, in der Jury des „Graf Ludo“ mitzuwirken?
Ich fand es einfach furchtbar spannend. Die Grafik kommt einfach viel zu kurz. Sie wird einfach von vielen als selbstverständlich hingenommen. Und als Künstlerin war es interessant für mich, mal auf die andere Seite zu schauen.
Haben Sie als Künstlerin kritischer bewertet?
Nein. Ich denke eher, dass ich sogar offener war für viele Dinge. Durch mein Wissen um Kunstgeschichte und mein Auge fürs Detail habe ich schon einen anderen Blickwinkel. Ich weiß, welche Leistung dahintersteckt und erkenne dies an.
Wie sah Ihre Jury-Arbeit konkret aus?
Am wichtigsten war der gegenseitige Austausch. Wir haben viel diskutiert. Wir sind alles leidenschaftliche Spieler. Und alle sind mit dem Herzen dabei. Das merkt man und wir hatten unheimlichen Spaß, auch wenn es eine sehr schwere Entscheidung war. Aber ich denke, wir haben die jeweils besten zehn der beiden Kategorien herausgefunden.
Gab es eine Art Katalog von Kriterien, nach denen die Optik der Spiele objektiv bewertet wurde?
Natürlich hatten wir uns zu Beginn auf gewisse Richtlinien geeinigt unter welchen Aspekten wir die Spiele bewerten wollen. Aber einen strengen Katalog gab es nicht.
Haben Sie auch gemeinsam diese Spiele gespielt?
Ja klar. Und wir hatten eine Menge Spaß dabei. Es ist ja auch wichtig, das Spiel aufgebaut zu sehen und zu überprüfen, ob die Grafik auch im Spiel funktioniert.
Wie viel Aufmerksamkeit wurde den Spielanleitungen beigemessen?
Ich lese mir generell jede durch, damit kein Kuddelmuddel entsteht. Außerdem ist auch deren Gestaltung wichtig. Bei einem Kinderspiel zum Beispiel sollte sie optisch so gestaltet sein, dass das Kind sie eigenständig lesen kann und auch dazu animiert wird.
Wie halten Sie es mit Computerspielen – Zocken Sie auch mal so richtig ausgiebig am PC?
Nein, das hat für mich absolut keinen Reiz. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Dabei fühle ich mich immer so einsam. Dann lieber ein Brett- oder Kartenspiel!
Und noch ein abschließendes Wort: Warum ist der „Graf Ludo“ unbedingt notwendig?
Er ist der erste Spielepreis, der die Grafik in den Fokus rückt. Und damit die Ideen, das Herzblut und die Leistungen der Grafiker würdigt. Deshalb ist dieser Preis besonders wichtig!
Vielen Dank für das Gespräch!



